Start 9 Allgemein 9 Warum ich die Rauhnächte so liebe

Warum ich die Rauhnächte so liebe

Es gibt keine schönere Zeit im Jahr, um das eigene Leben zu justieren.

Immer dann, wenn die Tage kürzer werden und ich feststelle, dass ich mich vom Sommer verabschieden muss, dann öffnet sich eine Schwelle zur Zeit zwischen den Zeiten.

Mit der Tag- und Nachtgleiche im September beginnt Jahr für Jahr die dunkle Phase im Jahreskreis. Es scheint, als würden wir die Sonne verlieren und als würde von nun an die Dunkelheit regieren. Natürlich nicht, das wissen wir heute besser. Die Sonne wechselt nur die Seiten, um das Gleichgewicht in der Welt zu halten.

Aber dieses Wissen hatten die Menschen früher nicht. Die Winter in Europa waren damals sehr kalt. Da es keinen Strom gab, kannten unsere Vorfahren weder Heizung noch Licht oder Kühlschrank. Ganz zu schweigen vom Fernsehen, Computer oder Handy. Wir haben es heute leicht. Knopf drücken und auf Wunsch wird es warm, der Kaffee kocht und die Vorräte liegen im Supermarkt.

Damals war es anders. Damals war die Furcht vor Hunger und Kälte groß. Damals durfte das Feuer nicht ausgehen, die Vorräte mussten für alle reichen. Allein und abseits der Gemeinschaft, war Leben kaum möglich.

Die Menschen stärkten sich gegenseitig

Plünderer und Heere überfielen Städte und Dörfer auf der Suche nach Lebensmitteln. Die Angst war immer präsent. Hinzu kamen die Gebote der Göttin Percht, die den Menschen zur Ruhe und Ordnung aufrief. Sie schickte ihre Gesellen in der Wilden Jagd, um Recht zu sprechen. Vielleicht waren die Geschichten über die Perchtgesellen ein Mythos, wer weiß das heute schon. Aber die Raube und Morde der damaligen Zeit waren es nicht. Ebenso wenig, wie die Dunkelheit, Kälte und Ungewissheit.

All dies dürfen wir heute verstehen und nachempfinden, wenn wir die unzähligen Bräuche und Rituale dieser besonderen Zeit betrachten. In Geschichten trugen die Alten ihr Wissen weiter. Rituale machten Mut, schenkten Kraft und vereinten die Menschen in Ihrer Not. Orakel sollten Hoffnung und Zuversicht bringen. Und – es hat funktioniert, denn der Mensch hat überleb. Auch deshalb sind wir heute noch hier.

Wintersonnenwende – oder das Prinzip Hoffnung

Am 21. Dezember scheint das Licht der Sonne still zu stehen. Die Natur hält für einen kleinen Atemzug inne und dann spüren wir alle, dass die Dunkelheit verloren hat. Auch wenn es noch kalt ist. Die Menschen, Tiere und Pflanzen spüren, dass das Licht des Lebens zurückkehrt. Die Hoffnung siegt, auch wenn die Kälte des Lebens noch überstanden werden muss.

Die Menschen haben Jahrtausende lang diesen Rhythmus sehr naturverbunden erlebt. Ihre Traditionen gepflegt und Rituale entwickelt, die ihnen halfen, mit Zuversicht und Mut den Herausforderungen der Not zu begegnen. Das Überleben stand auf dem Fundament echter Werte wie Gemeinschaft, Respekt, Ordnung, Mut, Zusammenhalt usw. Es waren die alten Gesetze, die vielfältigen Rituale und das Erzählen von Geschichten, woraus Kraft und innere Stärke entstanden.

Darum liebe ich die Rauhnächte

Das Wissen der Alten von damals und die Erkenntnis, dass unsere Kraft auf den menschlichen Werten basiert, ist heute aktueller denn je. Der Zauber der Rauhnächte, die Magie der Rituale und der Kern der Geschichten bewegt auch heute unser Leben. Wir sehen es nur oft nicht. Die immergrüne Tanne als Weihnachtsbaum steht für die Beständigkeit und Hoffnung. Der klassische Adventskranz trägt uns das Symbol des schützenden Kreises in die Mitte der Familie. Je bewusster wir uns diesen verborgenen Möglichkeiten öffnen, desto glücklicher und erfüllter können wir so leben, wie es unseren Wünschen entspricht.

Das Alte soll in Ordnung und friedvoll beendet werden. Das Neue darf mit klaren Intentionen und Zielen geprägt werden. All das ist die Art von Bewusstheit, die mich stärkt und durch die Rauhnächte trägt. Und jedes Jahr wird die Verbindung zu dem Menschen, der ich sein möchte, kraftvoller.

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2 Kommentare

  1. Liebe Jutta! Dieses Thema beschäftigt mich schon länger. Eine Bekannte aus den Harz hat ein Büchlein dazu rausgegeben und das Interesse neu in mir entfacht. Leider bin ich am 14. November nicht zu Hause. Gerne wäre ich dabei, aber ich freue mich, daß ich für die Zukunft einen Ort weiß, wo ich vertrautes Umfeld wittere. LG und in Gedanken bei eurem Thema Beatrix

    Antworten
    • Hallo liebe Beatrix,
      das ist schon schade, dass du am 14.11. nicht live dabei sein kannst. Und da jedes „Schade“ zum Glück auch ein „Aber“ hat, musst du deshalb nicht auf „meine“ Rauhnächte verzichten. Melde dich einfach auf der Rauhnachtsliste meines Mailings an. https://bit.ly/3v8xwsa
      Darüber verschicke ich den Anmeldelink zum Live ABER eben auch, die Aufzeichnung. So kannst du später in aller Ruhe gucken.
      Tja und last but not least, kannst du ja auch am 17. Nov. zur VHS nach Soest kommen. https://www.jutta-hellermann.de/vortraege/
      Ich würde mich sehr freuen, wenn etwas davon für dich möglich wird.
      Magst du mir den Namen des erwähnten Büchleins schicken?
      Lieben Gruß. Jutta

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