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Glaubenssätze auflösen mit Gefühl

Wie erkennt man sie denn nun? Diese Glaubenssätze, von denen alle sagen, sie seien limitierend, negativ und daher brandgefährlich. Ja und wenn man sie dann entdeckt hat, wie geht das dann mit dem Auflösen? Wenn ich Google trauen darf, gibt es offenbar 3 Schritte, 5 Tips und 7 Strategien, um limitierende Glaubenssätze zu transformieren. Wow! Da komme ich mir jetzt ein bisschen erbärmlich vor, mit der schlichten Empfehlung: Mach’s einfach mit Gefühl!

Sei es drum. Für mich sind die Gefühle das solideste Werkzeug, um Glaubenssätze aufzuspüren, zu prüfen und wenn nötig aufzulösen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die ersten 47 Jahre meines Lebens keine Ahnung hatte, was Glaubenssätze überhaupt sind und was sie mit mir zu tun haben. Weißt du es?

Glaubenssätze verstehen: Eine Frage der Prägung und Erfahrung

So ein Baby, das gerade auf die Welt gekommen ist, das denkt vermutlich ja nicht: Ich habe keine Zeit, bin zu alt und bin eh nicht gut genug. Also liegt doch die Vermutung nahe, dass diese Ansichten erst später entstehen.

Und obwohl ein Kleinkind die Welt in all seinen Facetten noch nicht erfassen kann (oder vielleicht gerade deshalb), entstehen gerade in den ersten 6-7 Lebensjahren sehr viele dieser Limits. Lange bevor das Kind sprechen kann, nimmt es die Eltern, das Umfeld und auch eigene Bedürfnisse wahr. Es fühlt.

Als Kind fühlen wir, was wir wollen, was uns fehlt und wie wir auf uns aufmerksam mach können. Kinder fühlen auch, wenn ihr Verhalten ungewollte Reaktionen hervorrufen. Die Prägung beginnt. Wenn ich also so bin, dann bin ich offenbar richtig. Wenn ich andererseits dies tue, erleide ich Liebesentzug. Die Strategie: „Das tue ich nie wieder!“, schützt das Kind im Moment der Abhängigkeit. Aber genau diese kindliche Schutzstrategie wird später den Erwachsenen einschränken, wenn er längst unabhängig ist. So wurde durch das beängstigende Gefühl das erste Glaubensmuster festgeschrieben.

Ich hätte früher nie gedacht, dass der Gedanke eines Kindes so kraftvoll bis ins Erwachsenenalter wirken kann. Der eigene Weg und die Arbeit in meiner Praxis haben mich vom Gegenteil überzeugt. Für die Erfahrung bin ich zutiefst dankbar.

Das Bild zeigt Jutta mit einem roten T-Shirt im Garten. Sie lächelt und strahlt.
Gefühle decken Glaubenssätze auf

Glaubenssätze erkennen: Eine Frage des Gefühls

Als Erwachsene haben wir immer noch die Fähigkeit, Menschen, Emotionen und Bedürfnisse zu erspüren. Wir könnten fühlen wann, wo und mit wem wir glücklich sind. Wäre da nicht das erlernte Regelwerk, das uns im Galopp vorwärts treibt und klare Strukturen fordert. (An der Stelle sei gesagt, dass ein Artikel wie dieser in den Suchmaschinen besser gelistet wird, wenn er eine 3, 5 oder 7 in der Überschrift hat. Ich fühlte mich heute aber nicht danach.)

Viele Glaubenssätze sind also Überzeugungen, die wir zum Schutz vor negativen Gefühlen entwickelt haben. Andere entstanden durch Druck von Außen, um passend für die gewünschte Norm zu sein. Aber ganz gleich, wie sie entstanden sind, sie sind zunächst einfach nur Gedanken. Ob wir an sie glauben, ob sie wahr sind, steht auf einem anderen Blatt. Hier die fünf gängigsten Synonyme für Glaubenssätze.

  1. Wissen
    Das wäre zu schön, aber leider sind die limitierenden Glaubenssätze oft nur übernommen von anderen Menschen. Vielleicht ist Weisheit darin verborgen, aber eigenes Wissen ja nicht, bis wir sie überprüfen.
  2. Vorstellung
    Das klingt ein bisschen nach einer vagen Idee und wenig geeignet, das Fundament des eigenen Glücks darauf zu bauen. Laden vage Ideen nicht dazu ein, sie auszuprobieren? Zu prüfen, wie es funktionieren könnte?
  3. Meinung
    Ja, eine Meinung kommt dem Begriff Glaubenssatz schon recht nahe. Damit erklärt sich auch gut das Verständnis kollektiver Glaubenssätze. Wenn doch alle im Dorf dieselbe Meinung haben, glaubt man all zu leicht, es sei richtig. Oha, ist das wirklich wahr?
  4. Eindruck
    Wie vielseitig die deutsche Sprache doch mit einem einzigen Wort umgehen kann. Der Glaubenssatz erweckt den Eindruck, glaubhaft zu sein. Die Aussage des Glaubenssatzes hinterläßt Eindruck in deinem Leben und last but not least hat die Prägung diese Überzeugung in deinem Denken ein(ge)druckt. Sehr verwirrend und deshalb wohl auch ungeeignet.
  5. Annahme
    Das finde ich trefflich! Eine Annahme ähnelt einer Vermutung, der Gedanke könnte stimmen. Das hat nichts mit Wissen und eigener Wahrhaftigkeit zu tun.

Glaubenssätze auflösen: Eine Frage der persönlichen Haltung

Du fragst dich also, wie du die Limits auflösen kannst? Nun, ich würde dir empfehlen, verbinde dich wieder mit deinen Gefühlen. Glaub mir, bevor dein Kopf klar hat, ob eine Regel, eine Annahme oder gar eine Behauptung gut für dich sind, weiß es deine Seele schon. Sie lässt dich spüren was gut fühlt und auch was dich begrenzt, einengt, belastet etc. Dein Körper ist das Sprachrohr deiner Seele, die Stimme deines Herzens oder auch, der Kompass deiner eigenen Werte.

Das Schöne an der Arbeit mit Gefühlen liegt ja darin, dass du sie immer dabei hast. Du brauchst keine Werkzeuge, Regeln oder Techniken. Es reicht, wenn du dich einfach auf deine eigenen Gefühle einlässt. Da du diesen Artikel bis hierhin gelesen hast, möchte ich dir Mut machen, deiner Intuition zu folgen.

Nimm dir Zeit für dich. Eine kleine Auszeit für deine Gedanken und Gefühle. Auf welchem Weg bist du unterwegs und wo möchtest du gerne ankommen? Es sind oft die stillen Momente, in denen wir spüren, welcher Glaubenssatz uns ausbremst. Was ist es bei dir?

Wenn du fühlst, dass der festsitzende Gedanke weh tut und er deine Motivation, Kreativität und Lebensfreude ausbremst, dann unterbrich das Gedankenkarussell. Glaube nicht alles was du denkst, schon gar nicht, wenn es dir ein schlechtes Gefühl macht.

  • Übernimm die Verantwortung für deine Gefühle, sie wollen gefühlt werden. Drück sie nicht weg, das verursacht nur Schmerzen.
  • Prüfe deine Gedanken, was verlangen sie dir ab, wozu du nicht bereit bist?
  • Ist der Glaube an diesen Satz für dich wahr?
  • Was würdest du tun, wenn es den Gedanken gar nicht gäbe?
  • Entscheide dich neu und folge dem angenehmen Gefühl in dir, du bist es wert.

Fazit: Glaubenssätze als Chance

Jeder ungeprüfte Glaubenssatz wird dir neue Chancen im Leben eröffnen, wenn du bereit bist, ihn zu hinterfragen. Glaubenssätze sind immer extrem kraftvoll. So lange du sie nicht geprüft hast und sie mit deinen eigenen Werten nicht übereinstimmen – so lange werden sie dich mit aller Kraft belasten und ausbremsen.

Wenn du jedoch das ungute Gefühl wahrnimmst, deinen Weg überdenkst und eine neue Entscheidung im Einklang mit deinen Werten triffst, dann öffnen sich die Chancen, auf die du gewartet hast von allein.

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Audio „Deine Kraftquellen“

Artikel: 3 Gründe, warum du einem Neuanfang Ü50 ausweichst

Artikel: Wenn die Bonbontüte halb leer ist

2 Kommentare

  1. Liebe Jutta,
    vielen Dank für deine Impulse ♥️
    Ganz liebe Grüße und einen schönen Sonntag 🌞
    Anne

    Antworten
    • Liebe Anne,
      herzlichen Dank für die lieben Grüße und deine Wertschätzung. Ich freue mich auf unser nächstes Treffen. Jetzt erst einmal einen sonnigen Frühlingsanfang für euch.
      Jutta

      Antworten

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