DIE IDEE – EIN NEUER FUNKE

Vor einigen Jahre lernte ich die Raunächte kennen und entdeckte meine Liebe zu den geheimnisvollen Geschenken dieser Zeit. Der Advent bekam für mich eine neue Seite – immer leichter konnte ich zu der vorweihnachtlichen Hektik auf Distanz gehen und jedes Jahr erlebte ich einen neuen Zauber der besonderen Art. 

Als Raunächte bezeichnet man die 12 Nächte zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar. Diese 12 Nächte finden ihren Ursprung in der Differenz zwischen dem Sonnenkalender (365 Tage) und dem Mondkalender (354 Tage). Man nennt sie daher auch die Zeit zwischen den Zeiten oder die Zeit des Wandels vom Alten zum Neuen. Und genau darin liegt das Geheimnis, das auch wir heute trotz der Geschwindigkeit des Alltags für uns entdecken können. Das Brauchtum um die Raunächte ist viele Jahrtausende alt und zeugt von der Zeit, als unsere Vorfahren noch sehr eng mit der Natur, dem Mond, der Sonne und allen Elementen verbunden waren. Aber dazu mehr in den nächsten Artikeln. 

Heute geht es um den 1. Advent. Nutzen wir den Advent als Vorbereitung auf Weihnachten, auf den Beginn der Raunächte und den Übergang vom Alten zum Neuen. Ich werde dieses Jahr an dieser Stelle über meinen Weg durch den Advent und die Raunächste schreiben. Wenn du magst, folge mir einfach und entdecke deinen eigenen Zugang zu der Zeit der Wunder. Los geht’s!

Der 1. Advent steht in Verbindung mit dem Element Luft und dieses steht für unsere Gedanken, Ideen und Visionen. Löse dich heute einmal für einen Moment vom Alltag, deinen Pflichten und allem Hätte, Wäre, Wenn…  Schau auf dich, den Kreis deiner Familie und dein Leben – welche Idee hast du für das neue Jahr?
Der Zauber der Raunächte beginnt jetzt. Ohne Mühe, ohne Regeln ohne Richtig oder Falsch lauscht du einfach, welche Idee heute in dir auftaucht. Was möchtest du im nächsten Jahr in dein Leben holen? Welcher Funke entzündet sich gerade in dir?

Vielleicht staunst du über das Neue in dir, vielleicht ist es aber auch ein alter vertrauter Wunsch der jetzt hoch kommt und dich erinnert. Alles darf sein. Halte diese Idee in den nächsten Tagen einfach in dir wach. Vielleicht klärt sich das Bild noch ein wenig, aber ganz sicher wird es dir jeden Tag vertrauter. Es ist deine Vision für das Neue Jahr – lass sie leben.

Ich werde rechtzeitig für den 2. Advent wieder hier sein und das Geheimnis um das Element Wasser lüften. 

Von ganzem Herzen wünsche ich dir einen wunderbaren 1. Advent, Inspiration und vor allem Zeit für dich. #LebeDeineEigenenLebensregeln und mach dich auf #DieReiseZuDir.

KONFLIKT – DIE STILLE RESERVE IM BUDGET

Es ist vollbracht – das Budget steht. Es war wieder ein heißer Ritt, alle Bereiche zu erfassen, bewerten, abwägen, diskutieren, verhandeln, vereinbaren und zu guter Letzt das ganze Paket verabschieden. Jeder hat seine ganze Kraft in die Aufgabe gegeben um das Beste heraus zu holen. Weitere Einsparungen sind darüber hinaus nicht greifbar. 

Ist das wirklich wahr? 
Wie bitte? Das ist jetzt nicht dein Ernst! Wenn da noch was möglich wäre, dann hätten wir es rausgeholt.
Bist du 100% sicher, dass das wahr ist?

Natürlich sind wir sicher, dass jetzt das beste Ergebnis auf dem Tisch liegt. Aber was wäre, wenn wir dieses Jahr eine neue Basis im Team schafften, um beim nächsten Budget leichter erfolgreich abzuschließen? 

Konfliktkultur ist ein heißes Thema. Jeder Konflikt erzeugt Reibung, kostet Nerven und verursacht Kosten. Letzteres wissen wir spätestens seit der KPMG Studie aus dem Jahr 2009. Konflikte verursachen nicht nur Kosten, diese sind sogar messbar und in der Folge besser greifbar. Die entscheidende Maßeinheit dafür ist Arbeitszeit.

Hand aufs Herz – welches Team, welcher Abteilungsleiter oder Arbeitgeber würde tatenlos zusehen, wenn zum Beispiel ein einzelner Mitarbeiter täglich 30 Minuten während der Arbeitszeit einen Roman lesen würde. Jedem wäre klar, dass dadurch die Arbeitszeit nicht effizient genutzt wird und andere zum Erreichen der Ziele mehr leisten müssen. Ein klarer Fall, jeder erkennt den Fehler im System und wird etwas sagen.

Warum fällt es uns so schwer, genau so schnell zu reagieren, wenn die verfügbare Arbeitszeit wegen Konflikten verpufft? Flurfunk, Diskussionen, Gedankenkarussell, Fehlzeiten wegen Überlastung usw.  Haben wir Schwierigkeiten mit emotionalen Streitigkeiten, Mobbing oder persönlichen Defiziten umzugehen? Was wäre, wenn wir grundsätzlich kein Problem mit dem Erkennen von Konflikten hätten, wir aber nicht wüssten, mit wem wir über bessere Optionen sprechen könnten? Was wäre, wenn sich ein Konflikt gar nicht als Streit zeigt, sondern still und leise in ein Projekt einzieht, welches einfach nicht zum Ende kommen will?

Pappelapapp – keine Zeit für diese Fragen? Dann sollten wir sie uns nehmen. Konflikte lösen sich nicht von selbst – auch dann nicht wenn sie kalt sind. Konflikte unterliegen dem Gesetz der Eskalationsstufen. Früh erkannt lässt ein Konflikt immer eine Win-Win-Situation für die Beteiligten zu und entwickelt sich häufig zur Chance für Wachstum und Fortschritt. 

Ein Holzfäller, der eine Pause macht und seine stumpfe Säge schärft erreicht früher das Ziel.

ICH HABE EINE SCHE… ANGST

sagt er und dann ist es still. Irgendwie hat er die Worte über die Lippen gebracht, dann zieht sich sein Hals zu und er sucht zitternd irgendwo Halt für seine Hände. Es ist raus, es gibt kein Zurück aber auch keine Maskerade mehr. Der Kampf gegen die Angst ist vorbei.

Ich stehe da, sehe ihn und spüre wie auch mir Tränen in die Augen steigen. Mitgefühl – mein Körper erinnert sich an alte Zeiten. Alles darf sein. Ich atme tief ein und spüre, wie ich mich aufrichte. Jetzt ist nicht die Zeit für Mitleid. Ich setze mich zu ihm und bin einfach da – kein Wort nur da sein.

Nachdem die Maske gefallen ist, sprudeln seine Worte einfach ohne Halt heraus. Als sei ein Staudamm gebrochen erzählt er all das, was so lange zurück gehalten worden war. Manches macht für mich keinen Sinn, ist zerrissen und bruchstückhaft, anderes ist ganz klar. Egal – es geht ja nicht darum, dass ich jetzt alles verstehe, es geht nur um ihn. Es geht um den Augenblick der Freiheit, alle Gefühle und Emotionen einfach zulassen zu dürfen. Nach einiger Zeit wird es ruhiger in ihm, ich höre zu, stelle Fragen und lasse ihn selbst den roten Faden durch seine Geschichte ziehen. 

Angst ist respektlos – sie schleicht sich von hinten an und macht vor niemandem Halt. Weglaufen ist keine Option. Du musst dich der Angst stellen, um ihr die Macht zu nehmen. 
Freiheit ist die Möglichkeit selber zu entscheiden, wie weit du gehst oder wie lange du still hältst und alles schluckst. Es gibt immer eine andere Wahl. Reiß die Mauern alter Überzeugungen ein und nimm deine Möglichkeiten wahr.

UND EINFACH MAL AUS DER REIHE TANZEN

Physik war eindeutig nicht mein Lieblingsfach in der Schule, aber ich glaube zu ahnen, dass dieses eine Smiley in der Lage ist, auch die anderen Kugeln zu bewegen. Was wäre, wenn dieses physikalische Gesetz auch auf unsere Gefühlswelt übertragbar wäre?

Es gibt doch diese Tage, an denen scheinbar alle Menschen mies drauf sind und die Atmosphäre im Raum Eiszapfen bildet. Keiner weiß warum das so ist und irgendwie sind sich alle einig, das Gesamtbild lieber nicht zu zerstören. Es könnte ja doch noch etwas dahinter stecken. Du kommst da rein und mit ein bisschen Feingespür schnürt es dir die Luft ab. Auweia, ziemlich miese Aussichten für den Tag. Lebe deine eigenen Lebensregeln – und dann?

Na, dann geh doch einfach mal mutig voran und trau dich aus der Reihe zu tanzen. Hol tief Luft, schwing die Hufe und geh lächelnd durch die Mitte. Was glaubst du, wieviel Meter du vom ersten Menschen entfernt bist, der dankbar die gute Stimmung aufnimmt? Es müssen nicht immer die anderen sein, die das Leben leichter machen. Es muss auch nicht immer alles düster bleiben, nur weil noch niemand das Licht angeknipst hat.

Setz dein schönstes Lächeln auf und wenn nötig greif von mir aus auch die Liane und schwing dich lustig durch die Mitte. Aber in jedem Fall entscheide dich vor allem selbst für die Freude in deinem Leben. Warte nicht darauf, dass jemand anderes es für dich tut. Tanze aus der Reihe, tu was du liebst und tu es für dich. Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben, sei gut zu dir.

ICH HAB DOCH KEINE ZEIT

Manchmal frage ich mich wirklich, was tun wir uns da eigentlich an? Das Tempo ist überall so hoch, da ist es doch fast ein Wunder, dass wir uns nicht schon vor dem Frühstück überschlagen. Und nach all der Rennerei und vielen Überstunden ist am Ende des Tages trotzdem noch so viel Arbeit da. Unzufrieden und mit dem Versuch, für den nächsten Tag einen besseren Plan aufzustellen, gehen wir dann abends schlafen. 

So oder so ähnlich fühlt es sich manchmal an, wenn ich durch den Terminkalender sehe oder einfach eine Freundin zum Kaffee einladen möchte. War das früher auch schon so oder ist das Leben soviel schneller geworden? Muss ich mich damit abfinden oder habe ich das Heft noch selbst in der Hand? Nein, ganz ehrlich – ich möchte mich nicht leben lassen und entscheide mich einmal mehr ganz bewusst für die freie Wahl, für mich und für meine eigenen Lebensregeln.

Der November ist seit ewigen Zeiten der Monat des Rückzugs. Die Bäume ziehen ihre Kraft und Säfte zurück aus den Ästen hinein in den Stamm und die Wurzeln. Alle anderen Pflanzen in meinem Garten folgen demselben Gesetz der Natur. Wenn ich meine Augen schließe und mir vorstelle, wie der große Baum all seine Kraft tiefer zieht, in die Erde und seine Wurzeln, dann fühle ich für einen Moment selbst diese Ruhe und Kraft. 

Der Monat hat gerade erst begonnen. Zeit des Rückzugs und der Ruhe. Ich kann dem Tag nicht mehr Stunden geben, aber ich kann ihm mehr Aufmerksamkeit und Qualität geben. Ich kann mich jeden Tag für eine Auszeit entscheiden, eine Zeit ohne Radio, Fernsehen, Handy und Internet. Und in dem Moment, in dem die Ruhe laut wird, tickt die Uhr ein wenig langsamer.

Mit herzlichen Grüßen von mir zu dir wünsche ich dir #ZeitFürDich.

GEGENSÄTZE IN HARMONIE

Da führt mich die Gassirunde mit Amy heute wieder in den Park. Meistens lasse ich mich einfach von meinem Gefühl leiten oder ist es der Hund der mir zeigt wo es lang geht? Für heute ist das o.k. und ich staune bei jeder Runde darüber, wie schnell sich gerade alles wandelt.

Mitten auf der Wiese stehen noch die Blumen, so toll und bunt, so strahlend und zart. Und weil ich das liebe, gehe ich etwas näher. Wie schön sie sind. Daneben auf dem Boden liegt das erste welke Laub der Bäume. Ich nehme mein Handy und mache ein Foto. Wie krass, denke ich  – was ein Gegensatz! Und ich denke auch – Gegensätze in Harmonie!

Welchen Sinn macht es hier zu fragen – was ist gut und was ist schlecht? Welchen Sinn macht es hier zu werten was ist richtig und was ist falsch? Es ist das Ganze, was im Zusammenspiel der Farben und Nuancen wirkt. Dieses Bild ist schön, es ist einzigartig – denn wenn ich jetzt wieder in den Park gehe, wird das Licht ein anderes sein. Ja, ich nehme die Gegensätze wahr und ich bewerte sie und ich kann darin viel Schönes sehen.

Ich nehme das Bild mit und auch die Gedanken über Gegensätze in Harmonie. Einmal mehr lehrt die Natur mich Dinge, die im Leben oft schwer zu erklären sind. Gegensätze ziehen sich nicht an und Gegensätze stoßen sich auch nicht ab. Gegensätze sind einfach da, sie sind Teil der Natur und sie sind Teil von uns. Die Kunst ist es wohl, wie auf der Blumenwiese, Raum und Platz für die Nuancen der Farben zu lassen, um Harmonie zu fühlen. 

ICH HABE NACH DIR GEWONNEN

Das Leben schreibt die schönsten Geschichten und wen wundert es, dass es so oft Kinder sind, die uns zum Schmunzeln und Nachdenken bringen? Eine dieser ganz besonderen Anekdoten hat Kristina Reftel veröffentlicht. 

In ihrer Geschichte geht es um Hampus, einen dreieinhalb Jahre alten Jungen, der es liebt aus allem Möglichen und Unmöglichen einen Wettbewerb zu machen. Wenn er nicht der Erste ist, sagt er zum Gewinner: »Ich habe nach Dir gewonnen!« Wie entspannt doch kleine Kinder noch mit diesen Themen umgehen. Wann genau beginnt dann eigentlich der Prozess, dass sie ihre freie Art aufgeben und in den Ernst des Wettkampfes einsteigen? Und noch wichtiger scheint die Frage – warum tun sie das?

Kinder lernen weniger aus den Worten, die wir Erwachsenen sprechen als von dem, was wir ihnen vorleben. So erleben sie, dass wir Lächeln, wenn ein Sieg oder Erfolg erreicht wurde. Sie sehen auch, dass wir schnell über den Wettkampf hinweg gehen, wenn eben kein Sieg errungen wurde. Es ist das Lächeln der Eltern, das den Unterschied macht. Es ist das Lächeln, wonach das Kind strebt. Es ist das Lächeln der Eltern, welches das Kind motiviert und zu eigenen Handlungen anspornt – in die eine oder die andere Richtung.

Am Ende ist das Kind ein Erwachsener, der bei allem was er tut auf ein Lächeln wartet und es dann geschickt als Anerkennung, Wertschätzung oder Karriere bezeichnet. Aber wieviel Druck verursacht diese Sucht nach Anerkennung beim Kind und auch bei uns Erwachsenen? Wieviel Freude geht uns im Leben verloren, weil wir im Moment des Handelns gar nicht auf unser tolles Gefühl dabei achten können, weil wir glauben angestrengt nach dem 1. Platz streben zu müssen?

Die größte Freiheit des Menschen liegt in der Möglichkeit, selbst zu wählen woran er glaubt und was er leben möchte. »Glücklichsein ist eine Entscheidung!« sagt meine Freundin Konny immer – sie hat Recht! Lass dich vom kleinen Hampus inspirieren und sei glücklich und unbeschwert in deinem Tun. Entscheide selbst, welcher Platz für dich jetzt heute der richtige ist und gib dir selbst dafür ein Lächeln.

Herzlichst Deine Jutta

#LebeDeineEigenenLebensregeln

Das Buch von Kristina Reftel »Ich habe nach dir gewonnen« ist im Goldmann Verlag erschienen 

WENN DIE SONNE DIE SEITEN WECHSELT

Ich lehne mich zurück und schließe die Augen. Wie schön es riecht und wie warm sich die Sonne im Gesicht anfühlt – was für ein toller Herbsttag. 

Es ist das Wochenende vor der Tag-und-Nachtgleiche. Den ganzen Tag schon scheint die Sonne, die ersten Bäume zeigen mit leuchtendem Rot unmissverständlich, dass es Herbst wird. So viele Trecker sind unterwegs, Maisernte und die letzten Kartoffeln müssen auch raus. Altweibersommer in der Börde und dem Sauerland. 

Dieses Jahr fällt der astronomische Herbstanfang auf den 23.Sep. Es ist der Moment, in dem an allen Orten auf der Erde der Tag genau so lang ist wie die Nacht. In ihrem höchsten Stand überquert die Sonne scheinbar den Äquator und bringt den Frühling auf die Südhalbkugel während bei uns der Herbst beginnt und die Tage kürzer werden. 

Je weiter wir ins Sauerland fahren, desto überzeugender wird die Kraft der Jahreszeit. Rot-gelbe Blätter bestimmen das Bild der Wälder. Man sieht förmlich, wie ein Baum nach dem anderen beschlossen hat, seine Lebenssäfte aus den Blättern zurück zu ziehen. Überall fällt das Laub und der Baum gibt seine Kraft in die Wurzeln. Auch die Sträucher und Pflanzen ziehen sich scheinbar zurück und geben ihre Kraft in die Wurzeln, in den Schutz des Bodens. Das ist der Herbst – Rückzug.

Für uns scheint es, als würde sich auch die Sonne zurück ziehen, doch das tut sie ja nicht, sie stellt das Gleichgewicht auf der Erde her und bringt jetzt in der zweiten Jahreshälfte die Wärme auf die Südhalbkugel. Das ist der Ausgleich.

Bevor uns der Fortschritt die Glühbirne, den Kühlschrank und den Computer brachte, haben wir oder besser gesagt unsere Vorfahren, diesen Rhythmus auch gelebt. Es gab eine Zeit des Rückzugs und des Ausgleichs, bevor im März mit der nächsten Tag-und-Nachtgleiche der Frühling wieder erwacht. 

All dies ist ja nicht mal 100 Jahre her – o.k. die Glühbirne ist etwas älter aber bitte – das ist ein Wimpernschlag auf dem Zeitstrahl der Evolution. Wundern wir uns wirklich, wenn der Körper dieses Tempo nicht kann?  Der Fortschritt ist toll und er hat unser Leben verändert. Aber der Mensch bleibt Mensch und seine Natur ist auch heute noch mit dem Zyklus verbunden, der den Ausgleich braucht. 

Ich wünsche dir einen wunderschönen Herbst, mit sonnigen Tagen wie heute und ruhigen Abenden für Rückzug und Ausgleich.

Herzlichst Deine Jutta

#LebeDeineEigenenLebensregeln                 

JETZT – IST EIN ZIEMLICH BESTER AUGENBLICK

Es ist Mittwoch Abend, irgendwann kurz nach fünf und ich sitze am Schreibtisch. Soweit ist mal für heute alles erledigt, noch schnell im Kalender nachsehen, wann ich wohl Zeit für den nächsten Blog Artikel haben werde. Das Thema schwebt mir schon vor, nur weiß ich noch nicht genau, wann der beste Moment zum Schreiben sein wird. JETZT kommt mir so ein Gedanke in den Kopf. Jetzt wäre eigentlich ein guter Augenblick.

Ich schreibe die Überschrift des geplanten Themas und kucke auf das leere Weiß da drunter. Nichts, es kommt nichts. Immer noch nicht – und ich kucke weiter. Auf einmal wird mir klar, dass dieses Thema heute nicht dran ist. Jetzt schiebt sich ein anderes Thema nach vorn, in meine Gedanken. Heute ist der richtige Moment für das Thema JETZT. Ich nehme ein neues Weiß und schreibe die Überschrift: Jetzt – ist ein ziemlich bester Augenblick. Bingo. Das fühlt sich gut an. Das Blog Foto kommt quasi auf mich zu, ganz ruhig und still. So kann es gehen, denke ich – als das Telefon klingelt.

Ein Herzensmensch und Lehrer aus vergangenen Tagen ruft genau jetzt an. „Das ist ja unglaublich, so lange haben wir nichts von einander gehört und nun rufst du an. Was gibt es, wie geht es dir?“ Ich freue mich wirklich sehr und höre sie auf der anderen Seite der Leitung lachen. „Ach Jutta, ich habe so oft an dich gedacht und das Telefonat immer wieder verschoben, aber gerade dachte ich: JETZT oder nie, jetzt ist eigentlich der richtige Augenblick.“ Ich schaue auf mein Manuskript, ich höre was sie sagt und ich weiß, dass dieses Thema ganz offensichtlich jetzt richtig ist. 

Am Ende des Telefonats ist das Weiß immer noch ziemlich leer und meine Gedanken kreisen in anderen Geschichten, dem Telefonat und den Erinnerungen an eine tolle gemeinsame Zeit. Der Blog kann warten und ich gehe mit Amy laufen. Es wird sich schon finden – denke ich.

Jetzt ist es Samstag Morgen und nun weiß ich auch, warum der Text noch nicht geschrieben werden konnte. Ein Kapitel fehlte noch und das kam über Nacht. Ein Herzensmensch aus diesen Tagen schreibt: „…ich folge meinem Herzen jetzt und verlasse Deutschland.“ Unzählige Kommentare später lese ich: „Denk immer daran, das Leben kann zu kurz für später sein.“

Ich habe gelernt, dass es in jedem Jahr nur zwei Tage gibt, an denen wir nichts tun können – gestern und morgen. Alles was wir tun möchten, ein Telefonat, eine Reise, einen neuen Lebensabschnitt – all das kann immer nur im Jetzt getan werden. Wenn das bedeutet, einen Herzensmenschen jetzt gehen zu lassen, dann tut mir das auch heute noch weh. Aber ich habe ja auch gelernt zu vertrauen. Ich weiß, es hat einen Sinn und das bedeutet auch, dass JETZT – EIN ZIEMLICH BESTER AUGENBLICK für alle Pläne ist. Viel Erfolg!

Wenn Du Lust auf einen Austausch hierzu hast, schreib mir eine Mail oder komm in meine gleichnamige Facebook-Gruppe


Herzlichst Deine Jutta
Lebe Deine eigenen Lebensregeln                 

WENN DIE BONBONTÜTE HALB LEER IST

Ganz früh heute Morgen erhielt ich eine WhatsApp-Nachricht mit einem wunderbaren Gedicht von Ricardo Gondim «Meine Seele hat es eilig». Gondim beschreibt den Moment im Leben, in dem wir erkennen wie wertvoll unsere Zeit ist. Sein Vergleich mit einem Kind ist klasse. Es hat eine Tüte Süßigkeiten gewonnen und isst die ersten Bonbons mit Vergnügen bis es feststellt, dass nur noch wenige übrig sind. Erst dann beginnt es die letzten zu genießen. Wer kann das Gefühl nicht nachempfinden?

Wie oft halten wir die Dinge des Lebens für selbstverständlich – Zeit, Freunde, Gesundheit. Wir jagen durch den Tag, das Jahr und irgendwie doch auch durch das Leben. Als Kind und Teenager war ich oft genervt, weil die Zeit einfach nicht rum ging. Erwachsen wollte ich sein, mit der Schule fertig werden und endlich auf eigenen Beinen stehen. Damals zog sich jedes Schuljahr wie Gummi und mein Leben fühlte sich unendlich an.

Irgendwann war dann meine Bonbontüte auch halb leer und ich realisierte von einem Augenblick auf den anderen, dass die Zeit fliegt. Für kurze Zeit habe ich mich ziemlich beschimpft und mir selbst Vorhaltungen gemacht, wie ich so oberflächlich gewesen sein konnte. Nicht sehr hilfreich – wie du dir vorstellen kannst. Und so ist es. Die Vergangenheit können wir nicht ändern, aber wir können in jedem Moment des Lebens unser größtes und wertvollstes Geschenk auspacken und genießen: die freie Wahl!

Wenn du das nächste Mal einen Drops lutscht, dann genieß ihn und schau auf den Moment, den du gerade lebst – ganz bewusst und herzlich. Ist es jetzt gerade DEIN Leben das du lebst? Gibst du dem Drops, dem Leben und vor allem dir selbst gerade jetzt die Wertschätzung, die er/es/du verdienst?

Das Gedicht findest du schnell im Internet, aber natürlich sende ich es dir auch gern per Mail zu, wenn du mich anschreibst. Schreib mir…

Es wird übrigens auch sehr häufig Mario de Andrade zugeschrieben, doch das scheint ein Irrtum zu sein.

Ich wünsche Dir eine volle Tüte bunter Drops und ein Lächeln im Gesicht. Vielen Dank Melanie für die Inspiration.

Herzlichst Deine Jutta


#LebeDeineEigenenLebensregeln